Freitag, 24. Mai 2013

Roland Garros - ein Blick auf die Auslosung

Das ist ja noch einmal gut gegangen mit Rafael Nadal und der Setzliste für die French Open. Wir erinnern uns: Noch vor sehr kurzer Zeit sah es so aus, als sollte der Sandplatz-Titan in Paris nur an Nummer 5 gesetzt werden. Dann hätte er schon im Viertelfinale auf Novak Djokovic oder Roger Federer treffen können. Aber dann gewann Nadal die beiden Masters-Turniere von Madrid und Rom und schlug dabei jeweils im Viertelfinale den bisherigen Weltranglistenvierten David Ferrer - und auf einmal war Nadal die Nummer 4 oder Ferrer nur noch die 5. Zu allem Überfluss musste jetzt auch noch Andy Murray, der sich seit Wochen mit Roger Federer ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Weltranglistenplatz liefert, die French Open verletzt absagen - und plötzlich ist Nadal sogar an 3 gesetzt.

Heute war Auslosung in Paris.

Das hier ist das Ergebnis.

Rafael Nadal ist in die obere Hälfte gelost worden. Der große Showdown mit Novak Djokovic kann also bereits im Halbfinale stattfinden, während in der unteren Hälfte des Tableuas Roger Federer freie Fahrt ins Finale hat. Jedenfalls theoretisch. Außer in Rom hat er ja in diesem Jahr noch nicht viel gerissen. Vielleicht fliegt er ja schon in Runde 3 raus, wo er auf den französischen Routinier Julien Benneteau treffen könnte, gegen den er in diesem Jahr schon verloren hat.

Aber es ist ja nicht so, dass nicht auch Nadal und Djokovic schwere dritte Runden bevorstünden. Der Djoker kann es mit dem jungen Bulgaren Grigor Dimitrov zu tun bekommen, von dem es allenthalben heißt, der werde eines Tages mal anfangen Grand-Slam-Turniere zu gewinnen. Auf Nadal wartet in Runde 3 möglicherweise Lukas Rosol aus Tschechien, der Mann, gegen den Nadal in Wimbledon verlor. Rosol hat sich seitdem gemausert und neulich in Bukarest seinen ersten ATP-Titel geholt. Damit zählt er zu den Leuten, die man auch für im Blick haben sollte. Aber auf Sand gegen eine fitten Nadal wird es für Rosol wohl nicht reichen. Ein anderer möglicher gefährlicher Drittrundengegner wäre Fabio Fognini, der in Monte Carlo das Halbfinale erreichte.

Aber wer kann den großen Drei wirklich gefährlich werden? David Ferrer hat sich in dieser Sandplatz-Saison relativ bedeckt gehalten. Immerhin gewann er bei seinen beiden Niederlagen gegen Nadal jeweils einen Satz. Die Auslosung bietet ihm die große Chance, endlich mal ein Grand-Slam-Finale zu erreichen, was er angesichts der Top-Leistungen, die er seit vielen Jahren abliefert, absolut verdient hätte.

Wen man auch auf der Rechnung haben muss, ist Tomas Berdych (Nr 6). Das ist ja eigentlich eher ein Mann für Hartplätze und für Rasen. Aber er ist in Madrid und Rom jeweils ins Halbfinale gekommen. Wer das schafft, kann das in Paris auch schaffen. An Berdych müssen Ferrer im Viertelfinale und Federer im Halbfinale erst einmal vorbeikommen. Da könnte der Tscheche tatsächlich in den illustren Kreis der Spieler vordringen, die sowohl bei den French Open als auch in Wimbledon ein Endspiel bestritten haben.

Ein anderer Spieler, der bisher eine fantatsische Sandplatz-Saison hingelegt hat, ist der Schweizer Stanislas Wawrinka (Nr. 11). Er gewann das 250er-Turnier von Oeiras (Portugal) und kam beim Masters in Madrid ins Finale. In Paris könnte er Nadals Viertelfinalgegner werden. Wawa scheint aber mit einer leichen Verletzung an den Start zu gehen.

Geheimtipp fürs das Viertelfinale gegen Novak Djokovic ist übrigens Tommy Haas. Mit ihm hat die Auslosung es gut gemeint. Die einzigen anderen Top-20-Spieler in seinem Achtel sind der formschwache Janko Tipsarevic und der sandplatzschwache John Isner.

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