Donnerstag, 11. April 2013

Von Sängern, Fotografen und Außenverteidigern

Gestern Abend lief mal wieder ein Lied von James Blake im Radio. James Blake kennt ihr: Aktuell die Nummer 91 der Weltrangliste, inzwischen 33 Jahre alt. Vor Zeiten war er mal die Nummer 4 und wurde auch deshalb prominent, weil er kurz zuvor wegen einer schweren Halswirbelverletzung nicht nur beinahe seine Karriere hätte beenden müssen, bevor sie richtig losging, sondern beinahe auch querschnittgelähmt geworden wäre.

Der James Blake aus dem Radio freilich kommt nicht aus New York, sondern aus London. Seine Musik kann laut Wikipedia "im weitesten Sinne dem Genre Dubstep zugeordnet werden". Wer sich darunter nichts vorstellen kann - wir sind hier ja nicht beim Musikexpress - klickt Blakes Webseite an. Da steht dann auch, dass James Blake im Juli nach Berlin kommt und auf dem Melt-Festival auftritt. Hoffentlich findet er es. Ich weiß nicht viel über das Melt-Festival, aber zu den wenigen Dingen, die ich weiß, gehört, dass es irgendwo in Sachsen-Anhalt ist..

Aber das lassen wir Blakes Sorge sein und beschäftigen uns stattdessen mit Boris Becker. Wer  mal auf gut Glück seine Webseite www.boris-becker.com angeklickt hat, kennt seine Fotos vielleicht. Renommierte Zeitungen loben immer wieder Beckers Kunstfertigkeit. Sich solche Artikel zu ergooglen, ist aber praktisch unmöglich. Man findet nur Sport- und Klatscheinträge...

James Blakes Musik jedenfalls brachte mich auf den Gedanken, Ausschau zu halten nach Tennisprofis mit mehr oder weniger prominenten Namensvettern. Andreas Beck ist mir da noch eingefallen. Der Hoffenheimer Rechtsverteidiger hat ein ganz ähnliches Schicksal wie der Tennisspieler. Beide tauchten vor ein paar Jahren fast gleichzeitig in der nationalen Spitze auf. Der eine schaffte es für kurze Zeit in die Nationalmannschaft, der andere ins Davis-Cup-Team, aber dann verschwanden sie bis zum Hals in der Versenkung. Nach langer Verletzung ist Andreas Beck im Moment die Nummer 583 der Welt.

Kurz erwähnt seien die Spieler, deren Namensvetterschaft an orthographischen Problemen scheitert. Der Fifa-Schiedsrichter Florian Meyer unterscheidet sich in einem Buchstaben vom zweimaligen Wimbledon-Viertelfinalisten, dessen zweiter Nachnamensbuchstabe ein a ist. Stephanie Graf, die österreichische Leichtathletin, die 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney die Silbermedaille über 800 Meter holte, hat - das ist nicht zu übersehen - ein ph in der Mitte ihres Vornamens. Und Jamie Baker, mit Platz 235 bis vor Kurzem der beste Engländer auf der Weltrangliste und der zweitbeste Brite, heißt eben nicht James Baker wie der frühere US-Außenminister. Andy Murray (Schottland, Nr. 2 der Welt) ist immerhin ein in Kanada sehr bedeutender Eishockey-Coach.

Auch Tennisspieler mit Allerweltsnamen haben es gar nicht so leicht, wie man denken könnte, Namensvettern zu finden, die wirklich was hermachen. Fernando Gonzalez (Chile, ehemals Nr. 5) lebt als Bildhauer in Mexiko, aber wen interessiert das? Michael Russell (USA, aktuell Nr. 73) ist immerhin Bildungsminister von Schottland. Dustin Brown (Deutschland/Jamaika, Nr. 178) spielt bei den ZSC Lions in Zürich in der ersten Schweizer Eishockeyliga. Laut Wikipedia gibt es auch einen Hamburger Rapper namens Pat Cash - aber wenn sich der man nicht einfach nach Pat Cash benannt hat und Wirklichkeit ganz anders heißt...

Die feinsten Namenscousinen freilich sind Conchita Martínez aus Spanien und Conchíta Martinez aus Spanien. Die 1972 geborene Conchita Martínez gewann 1994 Wimbledon, während die vier Jahre jüngere  Conchita Martínez in Wimbledon nie weiter als bis in die zweite Runde kam. Zum Glück hat man in Spanien ja stets zwei Nachnamen (Rafael Nadal Parera, Arantxa Sanchez Vicario...). So fand sich dann doch ein Weg, Conchita Martínez Bernat von der nicht ganz so erfolgreichen Conchita Martínez Granados zu unterscheiden.

Das war's für heute. Ein paar weniger bedeutsame Namensgleichheiten, die ich entdeckt habe, lasse ich weg, ein paar andere werden mir entgangen sein..

Kommentare:

VIPer7 hat gesagt…

Nette Idee und interessante Liste :)

Erwähnenswert finde ich noch João Souza (BRA) und João Sousa (POR), die sich beide seit einiger Zeit um Platz 100 der Weltrangliste tummeln und auch gerne mal am gleichen Turnier teilnehmen. Ein direktes Aufeinandertreffen gab es leider bislang nicht.

Wenn man noch weitere Namensvettern sucht, einfach mal bei Wikipedia nach "(Tennisspieler)" bzw. "(Tennisspielerin)" suchen, dann findet man alle Spieler, die mit diesem Zusatz von ihrem Namensvetter unterschieden werden sollen. Wobei man damit freilich nicht alle findet (z.B. Boris Becker)

Zack hat gesagt…

Oh ja, João Souza und João Sousa hätten natürlich reingehört in die Liste.

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