Donnerstag, 21. März 2013

München ist ziemlich exklusiv in diesem Jahr

Ich weiß ja nicht, wie es dort aussieht, wo ihr gerade lest, aber wenn ich aus dem Fenster blicke, dann sehe ich schneebedeckte Straßen. Da vergisst man, dass offiziell der Frühling begonnen hat. Kaum vorstellbar, dass schon bald in Deutschland wieder Freiluft-Tennis gespielt wird.

Ich war jedenfalls überrascht, als ich heute die Teilnehmerliste für das ATP-Turnier von München entdeckte. In nicht einmal sechs Wochen geht es los. Noch etwas überraschte mich, als ich die Liste sah: Sie ist ausgesprochen exklusiv. Der letzte, der den Sprung ins Hauptfeld schafft, ist Ernests Gulbis mit Weltranglistenplatz 55.

Aber bevor wir weiterschreiben - hier ist sie erst einmal, die Liste:

1 Janko Tipsarevic, Serbien, Nr. 9
2 Marin Cilic,Kroatien, Nr. 11
3 Tommy Haas, Deutschland, Nr. 18
4 Philipp Kohlschreiber, Deutschland, Nr. 21
5 Alexandr Dolgopolov, Ukraine, Nr. 22
6 Florian Mayer, Deutschland, Nr. 26
7 Michail Juschni, Russland, Nr. 31
8 Marcos Baghdatis, Zypern, Nr. 37
9 Thomaz Bellucci, Brasilien, Nr. 40
10 Nikolai Dawidenko, Russland, Nr. 41
11 Jürgen Melzer, Österreich, Nr. 42
12 Radek Stepanek, Tschechien, Nr. 43
13 Viktor Troicki, Serbien, Nr. 44
14 Bernard Tomic, Australien, Nr. 45
15 Jarkko Nieminen, Finnland, Nr. 49
16 Marinko Matosevic, Australien, Nr. 51
17 Xavier Malisse, Belgien, Nr. 53
18 Ivan Dodig, Kroatien, Nr. 54
19 Ernests Gulbis, Lettland, Nr. 55

Nachrücker:
Grega Zemlja, Slowenien, Nr. 62
Paul-Henri Mathieu,Frankreich, Nr. 66
Daniel Brands,Deutschland, Nr. 68
Carlos Berlocq, Argentinien, Nr. 69
Tommy Robredo, Spanien, Nr. 70


Dazu kommen drei Wild-Card-Spieler (einer davon dürfte Gael Monfils werden) und vier Qualifikanten. Außerdem sind noch zwei Plätze drei für "Special Exepts" (SE), also für Spieler, die von der Qualifikation befreit werden, weil sie am Quali-Wochenende woanders im Halbfinale stehen. Beim 250er-Turnier in Bukarest ist das nicht so unwahrscheinlich, dass das einem Spieler von jenseits von Platz 60 gelingt. Die Münchner SE-Plätze sollten wir also nicht vorschnell an die Nachrücker Zemlja und Mathieu vergeben. Freilich ist es ebenfalls nicht unwahrscheinlich, dass der eine oder andere der gemeldeten Spieler noch absagt, weil er sich verletzt oder weil er in den Wochen zuvor so erfolgreich spielt, dass er eine Pause einlegen möchte.

Aber wie in den vergangenen Jahren, als Platz 99 (2012), Platz 98 (2011) oder Platz 114 (2010) reichte, um ins Münchner Hauptfeld zu gelangen, dürfte es in diesem Jahr kaum ausgehen. Dass vom 29. April bis zum 5. Mai nur ein einziges anderes Turnier im Kalender steht, und zwar das ebenfalls eher kleine von Estoril in Portugal, dürfte zur Beliebtheit Münchens beigetragen haben. Eine solche Konstellation hat es in der Vergangenheit allerdings durchaus schon gegeben, ohne das plötzlich alles nach Bayern strömte.

Mit einem Cut von 55 jedenfalls ist München plötzlich eines der exklusivsten 250er-Turniere der Welt. Da können selbst viele 500er-Turniere mit doppelt so vielen Weltranglistenpunkten und noch viel mehr Preisgeld nicht mithalten. Ganz oben allerdings, da sieht man den Unterschied zu den 500ern dann doch: nur ein einziger Top-10-Spieler ist dabei und zwei weitere Top-20-Spieler. Das ist für ein kleines Turnier wie das in München gar nicht übel, aber eben auch nicht Spitze.

Anders als noch vor einem Jahr kommen diesmal auch alle deutschen Profis, sofern denn ihr Ranking dafür gut genug ist: Tommy Haas, Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer, und vielleicht rückt noch Daniel Brands nach. Das bedeutet, dass zwischen den im Zwist geschieden Ex-Davis-Cup-Käptn Patrik Kühnen, der noch immer Münchener Turnierdirektor ist, und seinen einstigen Spielern nicht alle Tischtücher zerschnitten sind.

1 Kommentar:

Mahqz hat gesagt…

Wobei es 2011 und 2010 ein 32er Draw war. Das sollte man vielleicht dazu sagen. Letztes Jahr zwar auch 28, aber ja wegen Olympia ein sehr anderer Kalender.
Trotzdem natürlich eine super Entry List.

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