Donnerstag, 14. März 2013

Jetzt ist Moser auch noch Papst...

Mit einem anderen Thema als dem neuen Papst wird es heute wohl schwierig sein, irgendwie Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber was soll's. Der Tenniszirkus ist so vielseitig, da kriegen wir auch ein paar Päpste irgendwie unter.

Es gab ja vor einiger Zeit tatsächlich mal einen deutschen Papst auf der Tour. Der ist allerdings schon vor Joseph Ratzinger zurückgetreten. Benedikt Dorsch. Der Mann wurde 1981 in Garmisch-Partenkirchen geboren, stammt also wie sein berühmter Namensvetter aus Bayern, und was lag da näher, als ihm den Spitznamen "The Pope" zu verpassen. Er brachte es bis auf Platz 127 der Weltrangliste (2009 war das) und war damit der unangefochten beste Papst unter den Tennisspielern. Denn wer heißt sonst schon Benedikt?

Mit Franziskus ist die Lage etwas verworrener.

Zunächst einmal müssen wir definieren, wer eigentlich alles als Franziskus durchgehen kann. Die Italiener nennen ihn Francesco, die Franzosen Francois, die Engländer Francis. Die "Welt" hatte heute einen netten Artikel zur Frage, warum Franziskus auf Deutsch nicht einfach Franz ist. These 1: Das klänge wohl zu banal, zu spießig. These 2: Das könnte zu Verwechslungen führen mit Beckenbauer, dem Kaiser.

Auf der aktuellen Einzel-Weltrangliste habe ich 19 Päpste ausgemacht. 19 Spieler, die im weiteren Sinne als Franziskus durchgehen. Unter ihnen sind sechs Argentinier und vier Italiener, was ja gut passt, wo Jorge Mario Bergoglio doch italienischstämmiger Argentinier ist. Außerdem an Bord: ein Tscheche, ein Deutscher, ein Bosnier, ein Holländr, ein Chilene und ein Spanier. Der beste Papst kommt aus Kanada.

Hier die Papstrangliste vom Tag des Konklave am 13. 03. 13:

1. Frank Dancevic (Kanada, Nr. 141)
2. Franko Skugor (Kroatien, Nr. 561)
3. Francois Vibert (Frankreich, Nr. 622)
4. Francesco Picco (Italien, Nr. 767)
5. Francesco Vilardo (Italien, Nr. 938)
6. Francesco Garcelli (Italien, Nr. 995)
7. Franco Agamenone (Argentinien, Nr. 1063)
8. Francesco Borgo (Italien, Nr. 1086)
9. Frantisek Cermak (Tschechien, Nr. 1087)
9. Frank Moser (Deutschland, Nr. 1087)
11. Franco Scaravilli (Argentinien, Nr. 1096)
12. Franjo Raspudic (Bosnien-Herzegowina, Nr. 1176)
13. Francisco Arrechea (Argentinien, Nr. 1316)
14. Matias Franco Descotte (Argentinien, Nr. 1559)
15. Franco Feitt (Argentinien, Nr. 1571)
15. Franz Sydow (Niederlande, Nr. 1571)
17. Francisco Olivares (Chile, Nr. 1672)
18. Franco Egea (Argentinien, Nr. 1895)
19. Fransesc Monatnes-Roca (Spanien, Nr. 1950)

Im Doppel sind die neuen Päpste signifikant stärker als im Einzel. Da haben wir zwei von ihnen unter den ersten 100. Frantisek Cermak auf Platz 34 und Frank Moser, der nur wenige Wochen nach seinem ersten Titelgewinn auf der ATP-Tour schon wieder groß rauskommt, auf Platz 71.

Früher, da war bekanntlich alles besser. Da schafften es die Fränze noch unter die Top 20, zum Beispiel Franco Squillari (Nr. 11 im Jahr 2000) oder Francesco Clavet (Nr. 18 im Jahr 1992). Aber damals musste man ja noch Johannes Paul heißen, wenn man oben mitspielen wollte. Ob die Eltern von John Paul Fruttero (USA, aktuell die Nr. 163 im Doppel) wohl genau daran dachten, als sie 1981 den Namen für ihren Sohn wählten?

1 Kommentar:

Schreibender hat gesagt…

Lustiger Artikel!

Hier auf Island, wo ich derzeit lebe, heißt der Papst übrigens tatsächlich "Frans" (mit s).

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