Donnerstag, 17. Januar 2013

Rochus munkelt über Söderling - und Nadal baut auf Sand

Gegen Ende dieses Textes folgt ein Schlenker zu einem anderen Thema. Zunächst aber: Es ist mal wieder eine Woche, in der das Thema Doping in der Luft liegt. Das hat in erster Linie mit Lance Armstrong zu tun und seiner großen Beichte, die ab heute Nacht um 3 Uhr unserer Zeit auf Sendung gehen soll. Diese Sache lässt auch Tenniswelt nicht kalt, nicht zuletzt weil immer wieder Dopingärzte aus dem Radsport auftauchen, die auch Verbindungen zum Tenniszirkus haben. Nicht der der berüchtigte Eufemiano Fuentes. Relativ wenig öffentliche Aufmerksamkeit hat der Fall Garcia del Mora erregt. Der Mann hat nicht nur Lance Armstrong betreut, sondern unter anderem auch Sara Errani, die Italienerien, die im vergangenen Jahr wie aus dem Nichts plötzlich im Finale der French Open auftauchte.

Aber nichts Genaues weiß man nicht, und solange man nichts weiß, soll man auch keine Anschuldigungen hinausposaunen. Einerseits ein ehrenwerter Grundsatz, andererseits hätte vielleicht Lance Armstrong bis zum heutigen Tag in Frieden leben können, wenn sich alle streng dran gehalten hätten, und das ist ja auch nicht Sinn der Sache.

Einer, der sich nicht an den Grunsatz hält, den Mund zu halten, ist Christophe Rochus, der inzwischen 34-jährige Belgier, dessen größter Erfolg das Halbfinale am Hamburger Rothenbaum 2005 war, der seine Karriere vor gut zwei Jahren beendete, der im vergangenen März dann aber doch noch mal ein Future in Frankreich spielte, prompt ins Halbfinale einzog und deshalb auf der aktuellen Weltrangliste noch immer auf Platz 1008 geführt wird. In einem Radio-Interview zeigte er sich vor ein paar Tagen überzeugt, dass Doping im Tennis weit verbreitet ist. Ein bisschen Aufsehen erregte er dabei mit der Forderung, das Doping einfach zu legalisieren. Weil ich mich nicht in der Lage sehe, französische Zwischentöne zu dechiffrieren, kann ich nicht beurteilen, ob das sein Ernst war oder ob er sagen wollte: So halbherzig, wie ATP und WTA gegen Doping vorgehen, könne man sich dieses Vorgehen gleich ganz schenken.

Rochus sagte auch, er sei in der Vergangenheit von der ATP gerüffelt worden, weil er aus deren Sicht zu offen über das Thema geredet habe und auch Namen nannte. Jetzt als Tennisrentner nannte Rochus ganz ungezwungen wieder Namen. Insbesondere den Namen Robin Söderling. Ein Spieler, der (wie Sara Errani) einst wie aus dem Nichts im Finale der French Open auftauchte. 2009 war das, und nachdem er unterwegs Rafael Nadal bezwungen hatte, weinte er vor Glück in der folgenden Pressekonferenz. Mich hat das damals durch angerührt. An Doping dachte ich nicht.

Christophe Rochus aber findet es verdächtig, dass Söderling seit anderthalb Jahren offiziell am Pfeifferschen Drüsenfieber laboriert und einfach nicht zurückkehrt auf die Tour. Dass mich dieser Verdacht, als ich von ihm las, befremdete, hat wohl auch mit dem positiven Vorurteil zu tun, das sich in Abwandlung eines Otto-Waalkes-Klassikers zusammenfassen lässt mit den Worten: Schweden dopen nicht. (Dass gefühlsmäßig in manchen Ländern mehr als andere dopen, beschäftigte uns bereits vor längerer Zeit.)

Dass nun in Zusammenhang mit dem Rochus-Interview auch von Rafael Nadals langer Turnierpause geredet wird, liegt vor diesem Hintergrund nahe. Trotzdem wechseln wir jetzt einfach, wie oben angekündigt, das Thema und wenden uns dem angekündigten Ende eben dieser Turnierpause zu. Heute wurde bestätigt, was man schon seit langem munkelte: Rafa kommt im Februar zurück auf die Tour. Er spielt die 250er-Turniere von Viña del Mar in Chile und dann in Sao Paolo, und zwar auf Sand. Eine Bestätigung für die Theorie, er wolle, um sein lädiertes Knie zu schonen, in Zukunft die Hartplätze meiden und das sei auch der wahre Grund dafür, warum er die Australian Open abgesagt hat. Sollte da was dran sein, hätte Michael Stich jetzt allen Grund, hyperaktiv zu werden. Wenn er in absehbarer Zeit jemals die Chance haben sollte, für sei Turnier am Hamburger Rothenbaum einen Topstar zu verpflichten, dann jetzt Nadal. Unter normalen Umständen werden Leute wie Federer, Djokovic oder Murray selbst dann nicht nach Hamburg kommen, wenn sie sehr viel Antrittsprämie geboten bekommen. Dafür liegt der Termin zu dicht am Beginn der nordamerikanischen Hartplatzsaison. Aber wenn Rafa die Hartplatzturniere sowieso schwänzt, dann braucht er Alternativen, und was liegt da näher als Hamburg, immer noch das größte Sandplatzturnier der europäischen Sommertour. Nadal zu holen, wird nicht ganz billig. Aber was Viña del Mar schafft, das kann doch für Hamburg nicht völlig unmöglich sein.

Kommentare:

loreley hat gesagt…

Christophe Rochus unterschätzt das Pfeiffersche Drüsenfieber.

Söderling sah wirklich elend kank aus in Wimbledon als er gegen Tomic einging. Danach hat er allerdings Bastad gespielt und das Turnier gewonnen, danach war Schluss für ihn.

Misstrauischer kann man bei Nadal sein. Die lange Verletzungspause kam so plötzlich. Würde die WADA Nadal tatsächlich decken und einen Kuhhandel mit der ATP machen? Kann ich mir nicht vorstellen.

Das Problem ist doch eher, dass ungenügend getestet wird und es anscheinend viele Mittelchen gibt, die gar nicht aufspürbar sein sollen.

Armstrong habe ich nie getraut, man sieht es ihm eigentlich an, dass er ein fieser Charakter ist. Auch der softe Jan Ullrich wirkte auf mich immer verschlagen.

Kein einziger der heutigen Tennisspieler kommt so unangenehm rüber wie Armstrong. Jemand muss schon sehr abgebrüht sein, um das so durchzuziehen.

Anonym hat gesagt…

Ich weiß nicht mehr was ich glauben soll, denn es ist doch nicht verwerflich, zu glauben, das Fuentes 1. mit Tennisspielern zu tun hat und man dann leider auch auf einen Rafael Nadal kommen kann! Nur darf man nicht Spanier diskremenieren, denn was ist mit Djokovic 2011, Federer in Wimbledon, Bolt bei WM und Olympia, Gössner & Neuner beim Biathlon, dem Radsport, Fußballer bin ich mir wirklich der fraglichen Gründe eher pro kein Doping sicher! Aber im Kampf gegen Doping darf man den eventuellen Behauptungen Tyler Hamiltons nicht viel Beachtung zeigen, denn er war selbst ein doper und daher ein betrüger und will bei eventuellen namen die anderen mit in den Dreck ziehen, wo es keinerlei felsen sichere Beweise vorliegen! Aber jetzt meine Meinung!
Männer Tennis, Skispringen Doping legalisieren (wegen der enormen Körperlichen Anstrengung/ jedoch mal im Jahr nur! rückläufige Legalisierung!)

Fußball, Basketball, Baseball, Eishockey, Hockey, Handball Biathlon, Radsport, Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis etc. Doping unter Strafe von ein bis 5 Jahren Sperre)! NADAL BIN ICH MIR JEDOCH SICHER IST KEINER DER DOPT! das gleiche denke ich von den Fußballern!

Anonym hat gesagt…

Anonym, ich gebe dir recht mit den Fußballern und Nadal, ich denke ebebfalls, das keine NICHT verbotene Substanzen zu sich nehmen! Nadal ist sauber und selbst wenn nicht, muss man erst einmal nachweisen, das er es mit Absicht gemacht hat, denn keiner weis, was die Ärzte ihm gegen sein Knieprobleme geben! Nadal- ist meine Meinung- nicht verantwortlich zu prüfen, ob das was die Ärzte ihm geben legal ist, denn die ärzte haben dafür zu sorgen, das der/die Sportler keine SUbstanzen zu sich nehmen, die eben auf dieser Doping Liste stehen! Ich jedenfalls freue mich auf das Comeback von Nadal am kommenden 4.Februar 2013! Und ich bin mir sicher, das Nadal vor den French Open in eine Form kommt, die reicht (legal reicht) um zum ACHTEN Mal die French Open zu gewinnen!

PS: Bevor die komische ITF nur Nadal so oft gegen Doping testet, sollen sie wie duschon gesagt hast, Djokovic, Federer, Serena Williams, Sharapova, Azarenka etc testen!

gegen nadal lass ich nichts kommen, Haas ist zu schlecht, also gibt es nur Nadal auf den man bauen kann!

Nadal schätze ich kommt in Vina del Mar ins Halbfinale, in Sao Paulo uns Viertelfinale und Alcapulco gewinnt er! Hardcourts indian Wells und Miami aus im Viertelfinale! French Open Sieger gegen Murray im Finale in 4!

Beliebte Posts

Impressum

Ove Jensen, Schleswig zackstennis@web.de