Donnerstag, 6. Dezember 2012

Bernard Tomic - ein Mann für große Schlagzeilen

Bernard Tomic (Symbolbild)

Es ist schon spät am Abend, außerdem befinden wir uns in der tennisnachrichtenarmen Adventszeit, also fassen wir uns heute mal kurz und freuen uns darauf, dass uns Bernard Tomic in den kommenden 10 bis 15 Jahren mit viel Nachrichten zu jeder Jahreszeit versorgen wird. Mit dem jungen Australier haben wir an dieser Stelle zuletzt im September befasst, als er als Mitglied des australischen Davis-Cup-Teams am Hamburger Rothenbaum antrat und verlor.

Seit dieser Woche ist er vorläufig kein Mitglied des australischen Davis-Cup-Teams mehr. Kapitän Patrick Rafter hat ihn rausgeschmissen. Jedenfalls für die erste Begegnung im kommenden Jahr gegen Taiwan in der Asien-Ozeanien-Liga, in die die Australier dank ihrer Niederlage gegen Deutschland abgestiegen sind. Ein gewagter Schritt. Taiwan ist zwar keine Tennis-Übermacht, aber mit Lu Yen-Hsun (Nr. 59) und Jimmy Wang (Nr. 156) für die Australier auch kein Gegner, der sich von selbst schlägt. Und vor allem ist Bernard Tomic – als Sohn kroatischer Kriegsflüchtlinge in Stuttgart geboren und als Dreijähriger nach Downunder ausgewandert - nicht irgendwer, sondern die alles überragende Hoffnung des australischen Tennis und ein bisschen auch für den Rest der Welt. Bevor er vor sechs Wochen 20 Jahre alt wurde, war er der einzige Teenager unter den Top 50. 2011 schaffte er es als 18-Jähriger ins Wimbledon-Viertelfinale. Aus ihm könnte also mal ein ganz Großer werden. Und wenn man liest, warum Pat Rafter ihn aus dem Davis-Cup-Team geworfen hat, dann ahnt man, dass der Junge das Zeug hat für große Schlagzeilen außerhalb des Tennisplatzes, also für das, was im Zeitalter des Gentleman Roger Federer, des Sunnyboy Rafael Nadal und des unauffälligen Novak Djokovic etwas fehlt.

Es war nämlich nicht nur das mangelnde Engagement Tomics, das bereits in Hamburg zu besichtigen war und schon vorher bei seiner US-Open-Niederlage gegen Andy Roddick, als er den letzten Satz ebenso mit 0:6 abschenkte wie im Oktober im Schanghai gegen Florian Mayer. Was den Ausschlag für seine Davis-Cup-Suspendierung gab: Die beginnende Saisonpause nutzte Tomic dafür, polizeibekannt zu werden. Erst mussten die australischen Ordnungshüter bei der Feier seines 20. Geburtstag eine Schlägerei beenden, in die er verwickelt war. Dann wurde er zu einer Geldstrafe von 1000 australischen Dollar verurteilt, weil er es zum wiederholten Male mit den Straßenverkehrsregeln nicht so genau nahm. Zuletzt soll er in seinem Sportwagen einfach weitergefahren sein, als Polizisten versuchten, ihn anzuhalten.

Beachtlich auch die Reaktion Tomics auf seine Suspendierung: Er sagte, für ihn sei es sowieso nie ein Thema gewesen, die erste oder auch das zweite Davis-Cup-Begegnung im kommenden Jahr zu bestreiten.

Zum Schluss ein echtes Foto von Bernard Tomic und nicht eines seines bremischen Seelenverwandten.


(Beide Bilder aus Wikipedia)

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