Sonntag, 22. Mai 2011

Live vom World Team Cup in Düssedorf

Das Wichtigste vorweg: Power Horse schmeckt auch nicht anders als Red Bull. Vielleicht ein bisschen weniger süß, aber da bin ich mir nicht sicher. Red Bull habe ich schon lange nicht mehr getrunken.

Wie angekündigt, gibt es heute einen Vor-Ort-Bericht vom „Power Horse World Team Cup“ im Düsseldorfer Rochusclub. Zur Erinnerung hier mein Ausblick von vor einer Woche.

Ich war am Dienstag auf der Anlage und habe auf dem Center Court 1 drei Matches gesehen: Florian Mayer (Deutschland) schlug Marcel Granollers (Spanien), Mardy Fish (USA) schlug Andrei Golubew (Kasachstan), Viktor Troicki (Serbien) schlug Michail Juschni (Russland).

Das Match von Florian Mayer (4:6, 6:4, 6:2) war gut, wie wir es von Flo im Moment gewohnt sind, aber zählte gewiss nicht zu den besten Matches, die er in diesem Jahr abgeliefert hat. Gelegentlich wirkte er etwas lethargisch, im fehlte der letzte Biss. Seine gefürchteten Stopps waren nicht immer effektiv, weil Granollers einfach zu flink auf den Beinen war. Es reichte auch so zum Sieg.

Das Spiel von Mardy Fish war bis zum 5:4 im ersten Satz stinklangweilig. Keiner der Spieler schien groß drüber nachzudenken, was sie da eigentlich spielten. Sie schoben einfach die Bälle übers Netz. Dann gab Fish einmal kurz Gas und schaffte das Break zum Satzgewinn. Aber auch das machte mich nicht wirklich wach. So verließ ich meinen Klappstuhl am Center Court und kaufte mir eine Dose des Energiegetränks, dessen Namen das Turnier in diesem Jahr in seinem Titel trägt. Danach wurde ich tatsächlich munterer. Aber das lag wahrscheinlich eher daran, dass ich nicht mehr bei Fish und Golubew zugucken musste als an den Zutaten des Getränks.

Nun sah ich mir die Anlage etwas genauer an. Die Bäume, die über den Center Court ragen, fand ich im Fernsehen immer sehr malerisch. Wenn man vor ihnen steht, relativiert sich das etwas. Der Platz drumherum ist recht eng. Eine richtige Park-Atmosphäre kommt da nicht auf. Die Anlage hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der in München. In München sind die Bäume nicht so hoch, dafür ist das Gelände weitläufiger, was mir besser gefällt.

Sehr gewöhnungsbedürftig fand ich die Konstruktion mit zwei Center Courts, einem großen und einem etwas kleineren. Die Zuschauer haben Eintrittskarten entweder für Court 1 oder für Court 2. Bei anderen Turnieren gibt es Platzkarten für den Center Court, und jeder, der eine Eintrittskarte für das Turnier hat, kann bei freier Platzwahl über die Nebenplätze stromern. Nicht so in Düsseldorf, und das hat natürlich auch mit dem besonderen Turnierformat zu tun – mit einer überschaubaren Zahl von Matches auch an den ersten Tagen.

Das Format des World Team Cups ist eigentlich ganz übersichtlich: Acht Nationalmannschaften treten an. In zwei Vorrundengruppen spielt Jeder gegen Jeden, und zwar in der Form, dass der beste Spieler von Land A gegen den besten Spieler von Land B antritt und der zweitbeste Spieler von Land A gegen den zweitbesten Spieler von Land B. Zum Schluss gibt es ein Doppel von Land A gegen Land B. Hinterher hat eines der beiden Länder also mit 2:1 oder 3:0 gewonnen.

Als ich aber auf dem Center Court war, fand ich dieses Format ausgesprochen unübersichtlich. Ich habe drei Matches gesehen, und schön übersichtlich wäre es gewesen, wenn alle drei Matches zur selben Länderbegegnung gehört hätten, wenn ich also nach Florian Mayers Sieg gegen Marcel Granollers das zweite Einzel der Begegnung zwischen Deutschland und Spanien zu Gesicht bekommen hätte und dann das Doppel. Dann hätte ich am Ende des Tages gewusst, wer gewonnen und wer verloren hat. Bis vor ein paar Jahren lief der World Team Cup auch genau so ab. Das Problem dabei war: Deutschland spielte nur an jedem zweiten Tag. Aber ein deutscher Turnierveranstalter muss natürlich seinem deutschen Publikum an jedem Tag deutsche Spieler servieren. Um den Kartenverkauf anzukurbeln, ist das vermutlich sinnvoll, deshalb liegt es mir fern, den Veranstaltern daraus einen Vorwurf zu machen. Aber das Ergebnis ist ein fürchterliches Durcheinander auf dem Spielplan. Am Dienstag fing auf Court 2 das zweite Einzel der Begegnung USA-Kasachstan (Sam Querrey gegen Michail Kukuschkin) schon an, bevor auf Court 1 das erste Einzel (also Fish-Golubev) vorbei war. Zu den besonderen Show-Elementen des World Team Cups gehört ja eigentlich ebenso wie im Davis-Cup, dass der Teamkapitän am Spielfeldrand sitzt und beim Seitenwechsel beschwörend auf seinen Schützling einredet, wähend der einfach nur einen Schluck Wasser trinken will. Aber wie soll der Teamkapitän diese Show ordnungsgemäß abliefern, wenn zwei seiner Schützlinge parallel auf verschiedenen Plätzen antreten müssen? Außerdem, und das fand ich auch schade, habe ich am Dienstag kein einziges Doppel zu Gesicht bekommen, weil einfach den ganzen Tag lang keines auf dem Spielplan stand.

Trotz allen Genörgels: Es war ein netter Tag in Düsseldorf, die Reise hat sich gelohnt – und am Ende der Woche hat Deutschland das Turnier gewonnen, was ja auch nicht alle Tage geschieht.

Hier die Ergebnisse vom World Team Cup (PDF)

Zum Abschluss eine Ankündigung in eigener Sache: Ich werde im Laufe der kommenden Woche mal ein paar Videos aus Paris ins Netz stellen. Es sind Spielerinterviews der „Road to Roland Garros“ - geführt im Auto auf dem Weg zum Match. Gesponsert wird die Sache vom Hersteller ebendieses Autos. Viele kennen das gewiss schon aus den Vorjahren aus dem Fernsehen oder anderen Orten im Netz. Die in Deutschland für die Vermarktung dieser Interviews zuständige Agentur fragte, ob ich ein paar der aktuellen Interviews auf Zackstennis veröffentlichen möchte. an die Ich dachte mir: Warum eigentlich nicht. Es verspricht, interessant und unterhaltsam zu werden. (Natürlich kann man sich das alles auch direkt auf roadtorolandgarros.com angucken.)

Hier das Best-Of dieser Interviews aus dem vergangenen Jahr

1 Kommentar:

Denis hat gesagt…

Hey Zack,
wie immer ein sehr guter Artikel,
mach weiter so!

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