Sonntag, 30. Januar 2011

Marko, Jamie, Gerald, John und Javier

Nun hat man also auf den Pressetribünen in Melbourne an diesem Wochenende darüber geredet, ob es jemals wieder ein Grand-Slam-Finale zwischen Rafael Nadal und Roger Federer geben wird, weil heute im Endspiel der Australian Open keiner der beiden Matadoren auf dem Feld stand, was es bei einem Grand-Slam-Finale in den letzten sechs Jahren nur ein einziges Mal gegeben hat. (Dieses eine einzige Mal war ebenfalls in Melbourne, und zwar 2008, und der Sieger hieß ebenfalls Novak Djokovic. Damals schlug er nicht Andy Murray, sondern Jo-Wilfried Tsonga.)

Darüber hat man also geredet, und unabhänig davon, dass Rafael Nadal, der ja noch vor ein paar Tagen den Rafa-Slam gewinnen sollte, natürlich noch ganz viele Grand-Slam-Finals spielen wird, und auch Roger Federer weiterhin oben mitmischen wird, schoss mir die Frage durch den Kopf, was denn nun wäre, wenn das Dauerduell um die Nummer 1 nicht mehr Nadal-Federer heißt, sondern so, wie heute das Endspiel in Melbourne, Djokovic-Murray.

Es wäre kein Duell der krassen Gegensätze wie das zwischen dem Berserker Rafa und dem Künstler Roger. Aber ein paar interessante Unterschiede täte man schon noch finden zwischen dem Angreifer Andy und dem Verteidiger Novak.

Dann dachte ich nach über die Gemeinsamkeiten zwischen beiden und stieß auf ihre Brüder: Marko Djokovic (19), Novaks kleiner Bruder ist die Nummer 627 auf der Einzel-Weltrangliste. Jamie Murray (24), Andys großer Bruder, ist die Nummer 64 auf der Doppel-Weltrangliste.

Nun nähern wir uns unserem heutigen Thema. Ich dachte darüber nach, ob ich wirklich auf eine Besonderheit gestoßen bin. Gewiss gibt es ganz viele Tennisspieler, die einen Bruder haben oder eine Schwester oder sogar beides. Und gewiss sind auch eine ganze Reihe Brüder und Schwestern dabei, die ebenfalls gut Tennis spielen können. Man denke nur an die Brüder Bob und Mike Bryan.

Ich ging die ersten zehn Plätze der Weltrangliste durch. Roger Federers Schwester Diana spielt kein Tennis, sondern bloß ein bisschen Hockey. Über Robin Söderlings Schwester Sandra erfährt man auf der ATP-Webseite, dass sie Lehrerin ist. Auch zu Fernando Verdascos Schwestern Sara und Ana habe ich nichts gefunden, was mit Tennis zu tun hat. Tomas Berdych scheint Einzelkind zu sein (Oder erinnert sich irgendein aufmerksamer Leser an Geschwister in seiner Box beim Wimbledonfinale? Ich bin immer so schlecht darin, mir solche Dinge zu merken.)

Aber sonst: David Ferrers älterer Bruder Javier war ein erfolgreicher Junior hat immerhin mal 1998 das Doppel-Viertelfinale eines Future-Turniers in Spanien erreicht, was ihm Weltranglistenplatz 1340 einbrachte. Andy Roddicks älterer Bruder John (34) war 1997 sogar mal die Nummer 871 der Einzel-Weltrangliste. Und dann gibt es natürlich noch Gerald (20), den kleinen Bruder von Österreichs Jürgen Melzer und aktuelle Nummer 437 der Einzel-Weltrangliste.

Von den zehn aktuellen Top-10-Spielern haben also fünf einen Bruder, der es ebenfalls auf die Weltrangliste geschafft hat. Drei davon sind sogar aktuell aktive Spieler, und zwei wiederum jung und halbwegs aussichtsreich genug platziert, dass die Möglichkeit besteht, dass wir sie in den kommenden Jahren regelmäßig auf größeren Turnieren sehen werden. Und Jamie Murray, das als besondere Pointe, hat sogar schon geschafft, was Andy bisher verwehrt blieb: Er gewann Wimbledon – wenn auch nur im gemischten Doppel (2007 mit Jelena Jankovic).

Alle Ranglisten seit 1973 durchzugehen, um zu sehen, ob schon jemals fünf der zehn bestplatzierten Spieler einen Bruder auf der Weltrangliste hatten, überfordert mich etwas. Aber ich glaube, das ist einmalig. Für den Fall, dass irgendjemand mich widerlegen kann, lobe ich irgendeinen Hauptgewinn aus.

Diese Geschwister von ehemaligen Top-Ten-Spielern fallen mir spontan ein: Patrick McEnroe, Javier und Arantxa Sanchez, Dinara Safina. Nicht ganz so erfolgreich: Eduard Dawidenko und Sabine Haas.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Da auch Frauen aufgeführt sind:
Tracy und John Austin.
Fällt mir deswegen ein da John Austin auf die Frage ob er den je gegen einen Top Ten Spieler gewonnen hat antwortete: "Ja gegen meine Schwester 6:0 / 6:0 "

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