Sonntag, 23. Mai 2010

Schafft den World Team Cup ab!

Zum Einstieg in unser heutiges Thema setze ich einfach mal einen Link zu meinem Artikel über den World Team Cup in Düsseldorf, den ich vor einem Jahr geschrieben habe:

Vovk-WM mit Vinciguerra

Dem ist nicht wirklich viel hinzuzufügen, außer dass alles noch schlimmer geworden ist und ich inzwischen eine noch radikalere Ansicht vertrete. Letztes Jahr hab ich mich bloß an der bezeichnung „ATP-Mannschaftsweltmeisterschaft“ gestört, die angesichts des mediokren Teilnehmerfelds etwas übertrieben wirkte. Inzwischen merke, ich dass mich die ganze Veranstaltung kaum noch interessiert, egal, ob sie nun eine WM ist oder nicht. Ich habe mir im Fernsehen keinen einzigen Ballwechsel aus Düsseldorf angesehen. Das hatte damit zu tun, dass ich arbeiten musste und das Wetter, wenn ich nicht arbeiten musste, zu schön zum fernsehen war. Aber es hatte nicht nur damit zu tun. Dass ich die French Open, die heute begonnen haben, komplett verpassen werde, halte ich für unvorstellbar. Auch das Rasenturnier in Halle/Westfalen in zwei Wochen werde ich gewiss verfolgen. Aber der World Team Cup – bei dem muss sich schon einiges ändern, wenn ich mich nächstes Jahr wieder für ihn erwärmen will.

Es gibt in der Ranglisten fünf Franzosen, die besser platziert sind, als die WTC-Teilnehmer Jeremy Chardy und Paul-Henri Mathieu. Fünf! Wäre das Fußballturnier, das in drei Wochen in Südafrika beginnt, noch eine „Weltmeisterschaft“, wenn Nicolas Anelka, Thierry Henry, Yoann Gourcuff, Franck Ribéry und Jeremy Toulalan mitteilten, dass sie auf eine Teilnahme verzichten, weil die Veranstaltung nicht in ihren Jahreskalender passt?

Vor einem Jahr waren mit Juan Martin del Potro (Argentinien) und den beiden Franzosen Gilles Simon und Jo-Wilfried Tsonga immerhin drei Spieler aus den Top Ten dabei. Diesmal war der bestplatzierte Teilnehmer Tomas Berdych (Nummer 17). Der größte Lichblick war der abgehalferte australische Altstar Lleyton Hewitt. Den Argentiniern kann man zu Gute halten, dass sie ohne den verletzten del Potro tatsächlich mit dem stärkstmöglichen Team angereist sind. Mit Juan Monaco (Nr. 30), Horacio Zeballos (Nr. 49) und Eduardo Schwank (Nr. 53) sind sie verdientermaßen „Weltmeister“ geworden. Aber wenn alle Länder, die für die WM über die Weltranglistenposition ihrer beiden besten Spieler qualifiziert waren, mitgemacht hätten, wären die Argentinier gar nicht dabei gewesen. Die Schweiz und Russland aber sagten gleich ganz ab. (Vielleicht weil Stanislav Vovk, russischer WM-Teilnehmer von 2009, inzwischen in Rangliste an Boden verloren hat und von Platz 1135 auf Platz 1171 abgerutscht ist?)

So. Das war jetzt alles etwas einseitig. Aber ab und zu muss man in so einem Blog auch mal eine Polemik verfassen, sonst schockt das nicht. Ein bisschen sachliche Analyse des WTC-Problems hab ich ja letztes Jahr schon geliefert. Mich jedenfalls würde es nicht stören, wenn der World Team Cup bald nicht mehr existierte. (Man hört ja davon, dass es für das kommende Jahr noch keinen Hauptsponsor gibt und der Vertrag des Veranstalters mit der ATP 2012 ausläuft..)

Hier die Webseite des World Team Cups

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