Sonntag, 21. Februar 2010

Tennisnachrichten aus Dubai - mit Shahar Peer, ohne Andy Ram



Diese Bilder aus den Nachrichten in dieser Woche ruft Erinnerungen wach an eine Geschichte, die vor genau einem Jahr die Tenniswelt erregte: Israelis mit Tennisausrüstung in einem Hotel in Dubai. Ob die Leute, die ab Sekunde 49 in diesem Video erscheinen, tatsächlich Israelis sind, kann natürlich auch ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber es deutet doch einiges darauf hin, dass es der israelische Geheimdienst Mossad war, der die Sportsleute losgeschickt hatte, um den palästinensischen Hamas-Führer Mahmud al-Mabhuh zu töten.

Vor genau einem Jahr wurde der israelischen Tennisspielerin Shahar Peer die Einreise nach Dubai verweigert, weil Israelis grundsätzlich nicht nach Dubai hereingelassen werden. Shahar Peer konnte somit nicht am dortigen WTA-Turnier teilnehmen, was wiederum – weil sie bei diesem bedeutenden Turnier keine Ranglistenpunkte gewinnen konnte – fürs ganze Jahr den Wettbewerb verzerrte.

In der folgenden Woche wollte der israelische Doppelspezialist Andy Ram beim ebenfalls recht bedeutenden 500er-Herrenturnier in Dubai antreten. Er wartete bis zur letzten Minute auf sein Visum, insbesondere in den USA schlugen die Wellen hoch, die ATP wurde aufgefordert, das Turnier in Dubai abzusagen – bis Ram plötzlich doch nach Dubai durfte.

In diesem Jahr nun durfte auch Shahar Peer nach Dubai – und das ausgerechnet in der Woche, in der die Sache mit dem Mord an Mahmud al-Mabhuh Schlagzeilen machte. Shahar Peer ließ sich davon offenbar nicht irritieren und kam prompt ins Halbfinale. Dort verlor sie gegen Venus Williams. Groteskerweise fand das Match – anders als praktisch alle anderen mir bekannten Halbfinals der Profitennisgeschichte - nicht auf dem Center Court statt. Angeblich aus Sicherheitsgründen.

Andy Ram aber hat sich den Stress mit dem Dubai-Visum in diesem Jahr gespart. Er ist zusammen mit seinem ebenfalls israelischen Doppelpartner Jonathan Erlich nach Acapulco gefahren. Man könnte jetzt spekulieren, dass das keine rein sportliche Entscheidung sei, weil Dubai das Turnier mit dem höheren Renommee und dem höheren Preisgeld sei und außerdem auf Hartplatz ausgetragen wird, was Erlich und Ram besser liegt als der Sand von Acapulco. Das wäre aber vermutlich totaler Quatsch: Israel spielt vom 5. bis zum 7. März im Davis-Cup gegen Chile – auswärts auf Sand. Was liegt da näher, als sich rechtzeitig in lateinamerikanischer Atmosphäre einzuspielen?

Ach ja, mit Dubai war ja neulich noch was. Die waren pleite. Das scheint die Scheichs dort aber nicht weiter zu kümmern. Das offizielle Preisgeld ist zwar geringer als 2009 (1,6 Millionen statt 2,2 Millionen Dollar), das Teilnehmerfeld lässt aber keineswegs darauf schließen, dass nebenbei weniger Antrittsprämien gezahlt wurden. 2009 traten drei Top-Ten-Spieler an. Diesmal sind fünf der besten zehn Spieler am Start. Hätte Roger Federer sich nicht eine Lungeninfektion zugezogen, wären es sechs gewesen.

Hier die offizielle Turnier-Webseite aus Dubai

Und hier die aus Acapulco

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