Sonntag, 3. Januar 2010

Lesetipp: Ein Namenloser auf dem Weg zum Wimbledonsieg

Frohes neues Jahr, allerseits. Heute halte ich mich mit dem Selberschreiben zurück und verlinke statt dessen auf die ersten Kapitel eines hoffnungsvollen Tennisromans:

www.buchbensch.de

In meinem Mail-Ordner fand ich kurz vor Weihnachten eine Pressemitteilung, mit der der Verfasser dieses Romans, ein Student und junger Journalist aus Stuttgart mit dem Pseudonym Marc Bensch auf sein Vorhaben aufmerksam mache. Die mitgeschickte Leseprobe umfasste die drei ersten Kapitel, und die fand ich so unterhaltsam, dass ich sie guten Gewissens weiterempfehle.

„Der vorsätzlich Handelnde“ handelt von einem jungen Journalisten, der an Weihnachten beschließt, im nächsten Jahr Wimbledon zu gewinnen. Marc Bensch nennt die Geschichte ein „modernes Realmärchen“. Alle paar Tage will er nun ein Kapitel auf seiner Internetseite veröffentlichen. Natürlich, das erklärt er selbst, wählt er diesen Weg, weil alle Verlage, die er angeschrieben hat, sein Manuskript nicht annahmen. Die Begründungen waren vielfältig, sagt er. „Einen Satz teilten jedoch fast alle: Mit der Ablehnung sei kein Werturteil verbunden.“ Das tatsächliche Werturteil aber interessiere ihn.

Also, ich versuche es mal mit einem vorläufigen Urteil für die ersten drei Kapitel. In der begleitenden Pressemitteilung las ich den Satz: „Der Roman verzichtet daher komplett auf Dialoge und Namen.“ Um so erstaunlicher ist es, dass mir trotzdem gefiel, was ich las. Vor einigen Jahren war ich mal in der Jury eines studentischen Literaturwettbewerbs. Damals stellte ich fest, dass sehr sehr viele studentische Geschichtenschreiber komplett auf Dialogen und viele auch auf Namen verzichten. Außerdem stellte ich fest, dass es gute Gründe hat, dass die meisten anerkannten und/oder erfolgreichen Schriftsteller auf genau diese Ingredienzen nicht verzichten: Ihre Geschichten sind einfach plastischer.

Zumindenst für die drei ersten Kapitel aber funktioniert Marc Benschs Verzicht prima, wozu auch seine gelegentlichen Beschreibungen ungenannt bleibender bekannter Personen oder Länder beitragen. Ich weiß noch nicht, ob es auch auf der langen Lesestrecke funktioniert, aber das ist vielleicht gar nicht so wichtig, denn die nach und nach veröffentlichten Kapitel sind kurz gehalten. Ich werde jedenfalls im Auge behalten, ob es dem im doppelten Sinne namenlosen Gelegenheitsspieler gelingt, Wimbledon zu gewinnen.

Hier noch mal der Link zum Roman: www.buchbensch.de

1 Kommentar:

loreley hat gesagt…

Ich glaube auch, dass ich an der Geschichte dranbleibe.

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