Sonntag, 24. Mai 2009

Am Ende gewinnt doch wieder Nadal

Vor einer Woche geschah das Wunder: Rafael Nadal verlor ein Tennismatch auf Sand. 4:6 und 4:6 gegen Roger Federer. Ausgerechnet im Endspiel von Madrid, des großen neuen spanischen Sandplatz-Masters, das extra für Rafael Nadal erfunden wurde (und im Turnierkalender den Platz vom Hamburger Rothenbaum übernommen hat).

Roger Federer kann also tatsächlich immer noch gegen Rafael Nadal gewinnen, und sogar auf Sand. Da muss man doch gleich mal fragen: Kann Roger Federer etwa auch den Titel bei den French Open gewinnen, beim einzige Grand-Slam-Turnier, das er noch nie gewonnen hat?

Natürlich kann er. Er war ja gelegentlich schon nah dran. Aber sehr wahrscheinlich ist es nicht. Am Ende gewinnt doch wieder Nadal. Dass Nadal in der Vorbereitung einmal ein Match verloren hat, spielt da keine Rolle. Das ist ihm in den vergangenen Jahren auch passiert: 2008 war es sein Auftaktmatch in Rom gegen Juan Carlos Ferrero, und 2007 war es genau wie in diesem Jahr eine Woche vor Paris im Masters-Finale gegen Roger Federer, nur dass das Finale damals noch in Hamburg stattfand und alle Welt sich damit beruhigte, dass Hamburg ja irgendwie ein Heimspiel für Federer gewesen sei.

In Paris hat Rafael Nadal noch nie verloren. Irgendwann wird sich das gewiss ändern, aber ernsthafte Anzeichen dafür, dass es in diesem Jahr geschehen wird, gibt es nicht. Die Auslosung meint es sogar ausgesprochen gut mit Nadal: Es gibt drei Spieler, die ihm gefährlich werden können: Roger Federer, Novak Djokovic und Juan Martin del Potro. Alle drei spielen in der unteren Hälfte des Tableaus, können also erst im Endspiel auf Nadal treffen, nachdem sie sich vorher gegenseitig müde gespielt haben: Djokovic und del Potro gegeneinander im Viertelfinale und der Sieger dieser Partie danach im Halbfinale gegen Roger Federer. Das ist anders als in Madrid: Dort verlor Nadal nicht zuletzt deshalb, weil er im Halbfinale drei Stunden gegen Djokovic auf dem Platz stand. Diesmal droht ihm im Halbfinale höchstens Andy Murray, der sich – mit der Einschränkung eines Halbfinals in Monte Carlo, bisher an die Regel gehalten hat, dass Briten Sand nicht können. Im Viertelfinale könnte Nadal es mit seinem Landsmann Fernando Verdasco zu tun bekommen, gegen den er im Januar bei den Australian Open fast verloren hätte. Aber Verdasco hält sich nicht an die Regel, dass Spanier auf Sand besonders stark sind. Also keine Gefahr für Nadal.

Nadal wird also in zwei Wochen als erster Spieler in die Geschichte eingehen, der fünf Mal in Folge die French Open gewinnt, und das ein Jahr nachdem er verhindert hat, dass Roger Federer der erste Spieler wird, der sechs Mal in Folge Wimbledon gewinnt. (In beiden Fällen ging es übrigens darum, Björn Borg zu überbieten.)

Hier die Auslosung für die French Open

1 Kommentar:

loreley hat gesagt…

Das Halbfinale von Madrid dauerte sogar 4 Stunden. Wobei man aber nicht vergessen sollte, dass Djokovic und Nadal sich bei ihren Aufschlägen immer endlos Zeit lassen. Jemand hat sich die Mühe gemacht und ausgerechnet, wie viele Stunden sie tatsächlich spielten. Das blieb im Normalbereich. Man kann diese 4 Stunden also durchaus relativieren. Nadal hatte vorher auch ein Match, das er nicht spielen musste.

Das Finale hat er verloren, weil er Madrid aus nachvollziehbaren Gründen nicht mag und auch weil Federer taktisch perfekt spielte.

Ich habe auch kaum Argumente für einen anderen Champion der French Open, aber doch das Gefühl, dass es interessant werden könnte.

Es hängt sehr von Roger ab. Aber wenn Federer seine Hemmung los geworden ist und clever spielt, warum soll er Djokovic und Nadal nicht schlagen?

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