Sonntag, 12. April 2009

Nach Monte Carlo kommen sie trotzdem alle

Vorweg ein bisschen Klatsch: Roger Federer hat gestern geheiratet. In Basel, und ohne vorher irgendwas anzukündigen. Roger und Mirka werden im Sommer Eltern, das hat nun also alles seine Ordnung...

Aber jetzt zum Tennis. Die Hochzeitsreise geht nach Monte Carlo. Das ist ungefähr so überraschend wie die Hochzeit selbst. Erst am Donnerstag nahm er eine Wild Card an. Eigentlich wollte Federer dieses Masters-Turnier auslassen. Eigentlich ist Monte Carlo gar kein echtes Masters-Turnier mehr. Ebenso wie Hamburg wollte die ATP der Veranstaltung diesen Status aberkennen. Anders als dem Deutschen Tennis-Bund gelang es den Monegassen aber, einen Kompromiss auszuhandeln: Es gibt weiterhin die Masters-Punktzahl für die Weltrangliste, aber die Top-Spieler sind nicht mehr zur Teilnahme verpflichtet. (Näheres in diesem Artikel über das neue Weltranglistensystem.)

Bemerkenswert ist: Nach der kurzfristigen Zusage von Roger Federer ist das Teilnehmerfeld keinen Deut schlechter als zu Zeiten der Teilnahmepflicht. Nur ein einziger Top-Ten-Spieler fehlt: Andy Roddick. Und der fehlte auch schon 2008. Und 2007 auch, ebenso wie 2006, 2005 und 2004. Wie die meisten US-Amerikaner hat er keine Lust auf die lange europäische Sandplatz-Saison und steigt seit Jahren erst im Mai ein. Die damit verbundenen Nachteile in der Weltrangliste nimmt er in Kauf.

Im vergangenen Jahr fehlten sieben Top-20-Spieler, in diesem Jahr fehlen nur vier (Außer Roddick sind das Jo-Wilfried Tsonga, James Blake und Fernando Gonzalez, die allesamt auch im letzten Jahr nicht am Start waren). 2008 Jahr reichte Platz 53, um in Monaco im Hauptfeld zu stehen, in diesem Jahr ist es Platz 54.

Die Topstars zu holen, hat den Veranstaltern sicherlich gewissen Aufwand auch finanzieller Art gekostet. Aber trotzdem: Für Monte Carlo ist es offensichtlich egal, ob die Spieler zur Teilnahme verpflichtet sind oder nicht. Gilt das auch für die anderen Masters-Turniere? Ist die ganze Sache mit der Teilnahmepflicht, die die ATP mit einem kaum noch zu durchschauenden Sanktionssystem durchzusetzen versucht, überhaupt verhältnismäßig?

Und jetzt erstmal Frohe Ostern! Aufmerksame Leser werden es bemerkt haben: Dieser Blog läuft im Moment etwas auf Sparflamme, weil ich ein paar andere Sachen um die Ohren habe. Ich hoffe, das ändert sich demnächst wieder.

1 Kommentar:

Rhaegar hat gesagt…

Naja, es gibt ein paar Dinge, die für Monte Carlo sprechen, auch wenn es nicht mehr den Status als Pflichtturnier hat:

1.) Der Platzbelag ist von allen drei Masters-Turnieren auf Sand den Bedingungen in Roland Garros am ähnlichsten. Rom ist deutlich schneller und Madrid lässt sich schwer einschätzen, da es neu im Kalender ist.

2.) Hat Monte Carlo einen attraktiven Veranstaltungstermin im Turnierkalender, dient als gutes Einstiegsturnier in die Sandplatzsaison. Ich glaube andere Masters-Turniere hätten größere Probleme, wenn sie den Pflichtstatus verlieren würden (Madrid - zu nah an Roland Garros; Toronto/Montreal - direkt vor Cincinnati, das vom Belag her näher an den US Open dran ist; Paris - zu nah am Masters Cup, wird ja jetzt schon von vielen Spielern gemieden).

3.) Die Spieler haben sich daran gewöhnt Monte Carlo zu spielen. Bis auf den Pflichtstatus hat sich ja auch kaum etwas geändert. Wenn wir im Vergleich mal nach Hamburg schauen. Da hat sich die Bezeichnung geändert, die Punktzahl, das Preisgeld und der Termin. Alles Faktoren, die jetzt gegen Hamburg sprechen, aber in Monte Carlo keine Rolle spielen.

Diese drei Gründe sind für mich die wesentlichen Punkte, warum das Turnier auch ohne den Pflichtstatus weiter fast alle Topspieler aufweisen kann. Ich denke aber nicht, dass man dies für alle Masters-Turniere behaupten könnte. Turniere wie Madrid oder Paris würden enorme Probleme bekommen, man sieht ja schon, dass es trotz des Pflichtstatus immer wieder Absagen von Topspielern gibt.

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Ove Jensen, Schleswig zackstennis@web.de