Mittwoch, 16. Juli 2008

Rainers Olympia-Chancen

Hier geht's zu meinem Blog vom Sonntag (Live vom Stuttgarter Weißenhof-Turnier)

Mal ein kleines Update zwischendurch zu Rainer Schüttlers Chancen, für Olympia nominiert zu werden. Die Pressemeldungen dazu schießen ja im Moment kreuz und quer.

Das hier ist der Stand der Dinge:
Aus Sicht des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) darf Rainer spielen. Mit seinem Wimbledon-Halbfinale hat er die Nominierungskriterien erfüllt.

Der DOSB ist ja in den vergangenen Wochen in der Kritik gewesen, weil seine Kriterien so streng sind - viel strenger als die des IOC und auch strenger als in fast allen anderen Ländern. Deshalb verwundert es viele Fans (und verwirrt offenbar auch einige Sportreporter), dass Rainer nun zwar die nationalen, nicht aber die viel niedrigeren internationalen Kriterien erfüllt hat. Dabei ist das ganz einfach zu erklären: Der Stichtag des IOC war am 9. Juni, also vor Wimbledon. Der DOSB kennt einen solchen Stichtag nicht. Am 9. Juni stand Rainer Schüttler auf Platz 89. Leicht nachzuvollziehen, dass das nicht unbedingt reicht, um zu den 64 Olympia-Teilnehmern zu gehören.

Dass Rainer trotzdem noch Chancen hat nachzurücken, liegt daran, dass pro Land nur vier Spieler teilnehmen dürfen (ein paar Spanier und Argentinier und der eine oder andere Franzose, die in der Rangliste vom 9. Juni vor Rainer standen, fallen also raus). Ein paar Leute sind verletzt. Dazu kommen ein paar Spinner, die keinen Bock auf Olympia haben. So kommt es, dass Rainer auf der Nachrücker-Liste mittlerweile an fünfter Stelle steht. Er könnte nun davon profitieren, dass drei Länder (Holland, Belgien und Israel) ähnlich strikte Nominierungskriterien wie Deutschland haben. Wahrscheinlich werden Robin Haase (Holland/sowieso verletzt), Steve Darcis und Olivier Rochus (Belgien) und Dudi Sela (Israel) nicht nominiert. In diesem Fall wäre Rainer schon erster Nachrücker.

Das angebliche "Hin und Her" um seine Olympia-Nominierung ist also gar keins. Dass immer noch nicht klar ist, ob Rainer teilnehmen darf, ist einem ganz normalen Umstand geschuldet, wie er bei jedem ATP-Turnier die Regel ist: Wer in der Weltrangliste an der Grenze zur "direct appearance" steht, muss bis kurz vor Schluss auf Absagen anderer Spieler warten, bis er weiß, ob er mitmachen darf. Der Deutsche Olympische Sportbund mit seinen harten Kriterien ist ausnahmsweise unschuldig.

Hier mein Artikel von neulich über die Olympia-Kriterien.

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