Sonntag, 4. Mai 2008

Dumm gelaufen: Denis Gremelmayr darf nicht in Hamburg spielen

In einer Woche beginnt das Masters-Turnier am Hamburger Rothenbaum. Tommy Haas fehlt wegen seiner dauerverletzten Schulter. Philipp Kohlschreiber wird wohl kommen, liegt aber im Moment noch mit einer heftigen Erkältung flach. Da kommt die plötzlich aufgetauchte neue deutsche Tennishoffnung eigentlich wie gerufen: Denis Gremelmayr spielte sich vor zwei Wochen in Estoril (Portugal) ins Halbfinale und in dieser Woche in Barcelona. Der 26-Jährige schlug Spieler wie Jarkko Nieminen (Nr. 24), James Blake (Nr. 8) und Nicolas Almagro (Nr. 22) und verlor nur gegen Roger Federer und Rafael Nadal.
Ein klarer Fall: Denis Gremelmayr muss eine Wild Card für Hamburg bekommen. Und vermutlich würde Turnierdirektor Charly Steeb ihm auch eine geben - wenn er denn dürfte. Dabei darf er mit Wild Cards eigentlich fast alles machen: Wenn er wollte, könnte er die vier Startplätze, über die der Turnierveranstalter allein entscheiden darf, an Uwe Seeler, Helmut Schmidt, Jopi Heesters und den Papst vergeben.
Aber nicht an Denis Gremelmayr. Daran ist Denis selber schuld: Er hat sich für die Hamburg-Woche für ein kleines Challenger-Turnier in Zagreb angemeldet. Gemäß den Regeln der ATP dürfen Wild Cards nicht an Spieler vergeben werden, die bereits bei einem anderen Turnier in derselben Woche einen Platz im Hauptfeld haben. So bekommen kleine Turniere Planungssicherheit.
Normalerweise ist diese Regel unproblematisch: Deutsche Spieler, die sich Hoffnungen auf eine Wild Card in Hamburg machen, melden sich nicht für andere Turniere an. Wenn sie die Wild Card nicht bekommen, spielen sie die Qualifikation in Hamburg.
Aber noch vor drei Wochen, als die Meldefrist für Zagreb ablief, gehörte Gremelmayr nicht zum engsten Kandidatenkreis für die Wild Cards. Vor drei Wochen war Denis Gremelmayr noch auf Platz 104 in der Weltrangliste. Ein klassischer Challengerspieler eben. (Ab Montag ist er die Nummer 58.)
Die Entscheidung, statt der Qualifikation in Hamburg mit vagen Erfolgsaussichten lieber ein kleines Turnier zu spielen, wo er reale Chancen auf den Titel und vor allem ein paar Weltranglistenpunkte hat, war zwar nicht zwingend, aber nachvollziehbar. Ist einfach dumm gelaufen, die Sache.

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