Sonntag, 10. Februar 2008

Live aus Braunschweig

Willkommen zur ersten Ausgabe von Zacks Tennisblog. Wir beginnen gleich mit einem Live-Report vom Davis-Cup. Die Spiele am Sonnabend und Sonntag habe ich mehr oder weniger aufmerksam im Fernsehen verfolgt. Am Freitag aber war ich in Braunschweig. Mein Blog soll regelmäßig an jedem Sonntagabend erscheinen, das habe ich mir jedenfalls vorgenommen. Ich werde natürlich nicht immer mit Vor-Ort-Berichten glänzen können, bin aber ganz zuversichtlich, trotzdem wöchentlich interessante Themen zu finden. Zum Beispiel ließe sich trefflich darüber streiten, ob Käpt'n Patrik Kühnen für den Davis-Cup wirklich immer die besten zur Verfügung stehenden Leute nominiert.

Das erste Spiel am Freitag war ausgesprochen öde. Philipp Kohlschreiber musste keinen einzigen bemerkenswerten Schlag machen und gewann mit 6:2, 6:2, 6:2 gegen An Jae Sung von Weltranglistenplatz 329. Der frisch verlegte Sand - auf sowas schien der Koreaner noch nie zuvor gespielt zu haben - war so langsam, dass ich im ersten Satz dachte, man spiele uns eine Zeitlupe vor. Ich hatte Gelegenheit, nebenbei die Volkswagenhalle zu begutachten. Sie ist ziemlich breit. Man sitzt als Zuschauer - auch in den vorderein Reihen - also recht weit weg vom Platz. Normalerweise wird hier Basketball gespielt. Basketballfelder sind ja nun auch eher schmal, insofern war ich etwas überrascht. An den Getränkeständen im Foyer war ständig der Kaffee alle.

Beim zweiten Match gab es keinen Anlass mehr, ans Kaffeeholen zu denken. Florian Mayer gegen den besten Koreaner, Lee Hyung-Taek (Nummer 44 in der Welt und damit der einzige koreanische Topspieler). Die Älteren unter euch erinnern sich vielleicht an Bernd Karbacher, den Ritter von der traurigen Gestalt. Der hatte zwar eine etwas andere Spielanlage, aber seine Präsenz auf dem Platz war so ähnlich wie Mayers.
Seine Schläge fordern die volle Aufmerksamkeit des Beobachters. Der Junge erweckt nicht gerade den Eindruck, eine Sportskanone zu sein. Er kann nicht sehr schnell laufen und er kann auch nicht sehr hart auf den Ball schlagen. Aber seine Bälle flattern mit einem Wahnsinnsschnitt mal ganz flach übers Netz, mal in der Nähe der Hallendecke. Meistens sieht es nicht so aus, als würde der Ball im Spielfeld landen. Er tut es in der Regel dann aber doch. Fünf Sätze lang bei so etwas mitzuzittern, kann eine sehr kathartische Wirkung haben.

Flo verlor zwar, aber immerhin hatte dieses Fünf-Satz-Match Lee so sehr mitgenommen, dass er fürs Doppel am Sonnabend zu erschöpft war. Das Spiel von Philipp Petzschner und Philipp Kohlschreiber gegen zwei von den anderen Koreanern verlief deshalb so ähnlich wie Kohlschreibers erstes Einzel. Sein Spiel am Sonntag (Kohli gewann in vier Sätzen gegen Lee und machte damit den Sieg für Deutschland perfekt) hab ich nur halb verfolgt, weil ich währenddessen mit dem Bloggen begonnen habe.

Im Viertelfinale geht's gegen Spanien. Angeblich in Bremen oder in Halle (Westfalen). Falls Bremen stimmt, gibt es in meinem Blog vom 13. April höchstwahrscheinlich wieder einen Live-Report.

Zum Schluss ein Blick über den Tellerrand, und zwar zur Davis-Cup-Begegnung von Russland gegen Serbien. Am ersten Tag fielen die beiden besten serbischen Spieler, Novak Djokovic und Janko Tipsarevic, wegen Margen-Darm-Infekt aus. Da erinnerte man sich gleich an Tommy Haas, den im letzten Herbst beim Halbfinale in Russland dasselbe Schicksal ereilte. Hinterher kamen Gerüchte auf, er sei vergiftet worden. Hab ich ja nicht dran geglaubt. Aber als ich von der Sache mit den Serben hörte, dachte ich mir: Den Russen ist doch irgendwie alles zuzutrauen. Allerdings scheinen die Serben schon malad angereist zu sein. Da hatte der KGB seine Hände wohl doch nicht im Spiel. Am Sonnabend war Djokovic übrigens wieder fit und hat das Doppel und das zweite Einzel gewonnen. Am Sonntag musste er sein Spiel dann doch nach drei Sätzen aufgeben, womit die Russen als Sieger feststanden.

Alle Davis-Cup-Ergebnisse gibt's auf www.daviscup.com

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